Zeitungsartikel über die Freiwillige Feuerwehr Trennfurt

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Der Schreck vom 13. Juli steckt noch in den Knochen

Wehr Trennfurt zog Bilanz - Ehrenzeichen für Wunderlich

Klingenberg-Trennfurt. Der Brand einer Entfettungsanlage in der Firma WIKA am 13. Juli, bei dem sich hoch giftiges Phosgengas gebildet hatte, erregte bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Trennfurt am Freitag noch immer die Gemüter. »Wir können von Glück sagen«, so der erleichterte Kommandant Rudolf Stelzer, »dass von diesem gefährlichen Einsatz alle 18 Mann wieder heil nach Hause gekommen sind.«

Zu Beginn dankte Bürgermeister Reinhard Simon den Wehrleuten nochmals für den Bereitschaftsdienst in der »Millenniumnacht« 1999/2000. Er lobte den hohen Leistungsstand und die Bereitschaft der Floriansjünger zu stetiger Fortbildung und hob besonders die vorbildliche Jugendarbeit hervor. Anschließend gedachte die Versammlung der verstorbenen Ehrenmitglieder Josef Abb und Edwin Meßbacher.

»Wer für die Allgemeinheit bereit ist, Kopf und Kragen zu riskieren, hat auch Anspruch auf öffentliche Anerkennung.« Mit diesen Worten überreichte Landrat Roland Schwing dem Wehrmann Walter Wunderlich das staatliche Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Dienst. Auf einstimmigen Beschluss der Versammlung ernnante Kommandant Stelzer den aus dem Dienst ausgeschiedenen Heinz Wöber zum Ehrenmitglied. Kreisbrandrat Karlheinz Brunner schloss sich mit Glückwünschen und einem Grußwort an.

Wie dem Bericht des stellvertretenden Kommandanten Jürgen Elbert zu entnehmen war, mussten die Trennfurter Wehrleute im vergangenen Jahr zu insgesamt 37 Einsätzen - 22 technischen Hilfeleistungen, je sechs Sicherheitswachdiensten und Fehlalarmen sowie drei Brandeinsätzen - ausrücken, wobei sie 247 Stunden ableisteten. Neben dem schon erwähnten Feuer in der WIKA sorgte auch ein Kellerbrand in der benachbarten Alexander-Wiegand- Straße für Aufregung: Ein Rauchmelder hatte den Hauseigentümer, der gerade zu Bett gehen wollte, auf Qualm im Keller aufmerksam gemacht und so Schlimmeres verhindert. Stelzer: »Das zeigt, wie sinnvoll die Anschaffung eines solchen Gerätes ist.«

Um den Ausbildungsstand zu verbessern, wurden nach Elberts Angaben 16 Zug-, 45 Gruppen- und fünf Gesamtübungen abgehalten. Hinzu kamen drei Übungen mit der Drehleiter, sechs Bootsübungen, eine Atemschutzübung, drei Schulungsabende und ein Erste-Hilfe-Lehrgang. Neun Wehrleute absolvierten die Leistungsprüfung »Technische Hilfeleistung« in Gold. Jugendwart Peter Schönert verzeichnete vier Neuzugänge.

In den Neuwahlen wurden Rudolf Stelzer und Jürgen Elbert als Kommandant und stellvertretender Kommandant bestätigt, desgleichen in der anschließenden Vereinsversammlung als erste und zweite Vorsitzende. Auch Schriftführer Manfred Kloos wurde wiedergewählt; neu im Amt ist hingegen Kassierer Georg Strichirsch, der Dieter Salomon ablöste. Als Beisitzer fungieren Andreas Oberle und Marcus Schaab, als Kassenprüfer Axel Ühlein und Walter Wunderlich.

Dem Feuerwehrverein gehören derzeit 49 aktive sowie jeweils 23 passive und fördernde Mitglieder an, gab Zweiter Vorsitzender Elbert bekannt. In seinem Jahresbericht aus dem Vereinsleben erinnerte er unter anderem an den Besuch der »Interschutz«-Messe in Augsburg und das Motorradtreffen am Sportplatz, das in diesem Jahr eine Neuauflage in größerem Rahmen erfahren soll.

Das staatliche Ehrenzeichen in Silber verlieh Landrat Roland Schwing dem Trennfurter Wehrmann Walter Wunderlich für 25 Jahre Dienst. Heinz Wöber wurde von Kommandant Rudolf Stelzer zum Ehrenmitglied ernannt (von rechts).

Foto: Schreiner